Eine Automatikuhr selber bauen können Sie mit einem Bausatz aus Uhrwerk (meist dem Seiko NH35), Gehäuse, Zifferblatt, Zeigern, Glas und Armband. Sie brauchen eine Zeigerpresse, einen Gehäuseöffner, einen Blasebalg, eine Pinzette und etwa eine Stunde Geduld. Für einen sorgfältigen Anfänger ist das machbar, aber drei Dinge entscheiden: der Staub unter dem Glas, das Setzen der Zeiger und die Wasserdichtigkeit, die Sie ohne Prüfgerät nicht garantieren können. Wer vor allem die fertige Uhr will, kann bei Modus jedes Teil im Konfigurator wählen und bekommt die montierte Uhr ab 349 € geliefert.
Was enthält ein Uhren-Bausatz?
Ein vollständiger Bausatz besteht aus sieben Teilen. Prüfen Sie, dass alle zum selben Uhrwerk passen. Das ist die häufigste Fehlerquelle.
| Teil | Worauf Sie achten müssen |
|---|---|
| Uhrwerk | NH35 für Automatik mit Datum, NH36 mit Tag und Datum, NH38 ohne Datum, NH34 für GMT |
| Gehäuse | Für genau dieses Werk gefräst, Einbaurahmen passend; Kronenposition bei 3 oder 4 Uhr |
| Zifferblatt | Durchmesser (oft 28,5 mm beim NH35), Lage der Füße und des Datumsfensters, passend zur Kronenposition |
| Zeiger | Beim NH35 gelten üblicherweise 1,50 mm für die Stunde, 0,90 mm für die Minute und 0,20 mm für den Sekundenzeiger |
| Krone und Aufzugswelle | Meist beim Gehäuse dabei |
| Glas | Am besten Saphirglas mit passender Dichtung |
| Armband | Anstoßbreite des Gehäuses und Federstege |
Alle genannten Uhrwerke stammen von Seiko Instruments. Was eine Mod-Uhr ausmacht und worauf es bei den Teilen ankommt, erklärt unser Artikel Seiko Mod Uhr kaufen: die Checkliste.
Das Werkzeug
- Zeigerpresse oder zumindest hochwertige Zeigerdrücker. Eine rutschende Presse zeichnet das Zifferblatt.
- Gehäuseöffner, passend zur Bodenform (Schlüssel mit Krallen oder Messer). Ein schlecht sitzender Öffner zerkratzt den Boden.
- Pinzette, Werkhalter, antistatische Unterlage.
- Blasebalg, Fingerlinge oder Handschuhe, Uhrmacherlupe.
- Federstegwerkzeug für das Armband.
Für Einsteigerwerkzeug müssen Sie mit einigen Dutzend Euro rechnen. Billiges Werkzeug sieht man dem Ergebnis an.
Die Montage Schritt für Schritt
1. Werk vorbereiten
Drücken Sie den kleinen Hebel am Werk und ziehen Sie die Aufzugswelle ab. Entfernen Sie einen vorhandenen Zifferblattring. Arbeiten Sie auf einer sauberen Fläche, bei schräg einfallendem Licht und ohne Zugluft.
2. Zifferblatt setzen
Die Füße des Zifferblatts stecken im Werk, oder es wird mit Klebepads befestigt, falls es keine Füße hat. Prüfen Sie sofort, ob das Datumsfenster an der richtigen Stelle sitzt.
3. Zeiger setzen
Das ist der Schritt, der am meisten Sorgfalt verlangt. Stellen Sie das Datum auf einen Wechsel, etwa um Mitternacht. Setzen Sie den Stundenzeiger genau auf 12, dann den Minutenzeiger auf 12, zuletzt den Sekundenzeiger. Drücken Sie gerade und ohne Gewalt. Ein zu tief sitzender Zeiger streift den darunter liegenden und lässt die Uhr stehen bleiben.
4. Einschalen und schließen
Setzen Sie das Werk in den Einbaurahmen und von dort in das Gehäuse, stecken Sie Welle und Krone wieder ein und schrauben Sie den Boden auf eine saubere, leicht gefettete Dichtung. Blasen Sie vor dem Schließen jede Fläche ab: Ein Staubkorn unter dem Glas sehen Sie später für immer.
5. Stellen und beobachten
Ziehen Sie die Uhr auf, stellen Sie Zeit und Datum (wie das geht, steht in unserem Artikel zum Seiko NH35 Uhrwerk) und tragen Sie sie einen Tag. Läuft sie gleichmäßig, können Sie das Armband anbringen.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
| Fehler | Folge | Vermeiden |
|---|---|---|
| Teile für verschiedene Werke gekauft | Zifferblatt passt nicht, Datum sitzt falsch, Krone fluchtet nicht | Vor dem Kauf Durchmesser, Fußposition und Kronenposition vergleichen |
| Zeiger zu tief gedrückt | Zeiger streifen sich oder das Glas, die Uhr bleibt stehen | Mit der Presse gerade drücken, Abstand zum Glas prüfen |
| Zeiger bei falschem Datum gesetzt | Das Datum wechselt um 12 Uhr mittags statt um Mitternacht | Zeiger erst setzen, nachdem das Datum gerade gesprungen ist |
| Staub oder Fussel unter dem Glas | Dauerhaft sichtbare Verschmutzung | Alle Flächen abblasen, Fingerlinge tragen, Glas erst zuletzt aufsetzen |
| Dichtung trocken oder verdreht | Wasser dringt ein, auch bei geringem Kontakt | Dichtung sauber und leicht gefettet einsetzen, Boden gleichmäßig anziehen |
| Zifferblatt mit den Fingern berührt | Abdrücke und Kratzer im Lack | Nur mit Pinzette und Handschuhen anfassen |
Welches Uhrwerk für welche Uhr?
Für eine Uhr mit drei Zeigern und Datum ist das NH35 die erste Wahl, ohne Datum das NH38. Wollen Sie zusätzlich den Wochentag, kommt das NH36 infrage. Für eine zweite Zeitzone brauchen Sie das NH34 mit seinem vierten Zeiger, für einen Blick auf das Räderwerk das NH70 mit offenem Zifferblatt. Mehr dazu, auch zu den Unterschieden bei Gangreserve und Genauigkeit, steht im Artikel zum Seiko NH35 Uhrwerk. Wichtig für den Selbstbau: Gehäuse, Zifferblatt und Zeiger müssen jeweils zum gewählten Kaliber passen, ein Zifferblatt für ein Werk mit Datum taugt nicht für eines ohne.
Die Grenzen beim Selbstbau
- Wasserdichtigkeit: Ohne Prüfgerät weiß niemand, ob die Dichtungen halten. Meiden Sie Wasser, bis die Uhr geprüft wurde.
- Genauigkeit: Ein neues NH35 darf laut Hersteller −20 bis +40 Sekunden pro Tag abweichen. Eine Feinregulierung braucht ein Messgerät und Erfahrung.
- Garantie: Jedes Teil hat bestenfalls seine eigene Garantie, die Montage hat keine. Bleibt die Uhr stehen, müssen Sie den Fehler selbst finden.
- Kosten: Hochwertige Teile, Saphirglas und Werkzeug zusammen machen einen ersten Selbstbau oft so teuer wie eine fertige Uhr, nur ohne Kundendienst.
- Fremde Marken: Ein Zifferblatt oder eine Krone mit Namen oder Logo einer anderen Marke täuscht über die Herkunft der Uhr und kann rechtliche Probleme bringen, auch wenn Sie die Uhr nur für sich bauen. Wählen Sie Teile ohne Marke oder mit Ihrem eigenen Namen.
Selbst bauen oder fertig kaufen?
Der Selbstbau lohnt sich, wenn die Freude im Bauen liegt: Sie lernen, wie eine Uhr funktioniert, und sind stolz auf das Ergebnis. Wenn es Ihnen um die Uhr am Handgelenk geht, ist eine fertig montierte Uhr die bessere Wahl, denn sie erspart die oben genannten Fallen.
Modus verkauft keine Bausätze. Es gibt zwei Wege:
- Der Katalog: fertig montierte Mod-Uhren ab 295 €, die Skelettuhr ORBIT bei 329 €, die GMT-Modelle MERIDIAN bei 339 €. Sie werden innerhalb von 24 bis 48 Stunden an Werktagen versandt und kommen ins Ausland je nach Ziel in 3 bis 10 Werktagen an.
- Der Konfigurator: Sie wählen Gehäuse, Zifferblatt, Zeiger, Lünette und Armband wie bei einem Bausatz und erhalten die montierte Uhr ab 349 €, in 9 bis 11 Tagen. Wie das abläuft, lesen Sie in Uhr selbst gestalten: Ablauf und Preise.
In beiden Fällen gelten Saphirglas, 5 ATM Wasserdichtigkeit, 3 Jahre Garantie und 30 Tage Rückgaberecht. Die Rücksendekosten tragen Sie, außer bei einem Defekt. Der Versand ist kostenlos.
Häufige Fragen
Muss ich Uhrmacher sein, um eine Uhr selber zu bauen?
Nein. Ein sorgfältiger Anfänger schafft das mit dem richtigen Werkzeug. Das Setzen der Zeiger und Sauberkeit verlangen Geduld, keinen Abschluss.
Welches Uhrwerk eignet sich für den ersten Bausatz?
Das Seiko NH35: robust, weit verbreitet, und die meisten Gehäuse, Zifferblätter und Zeiger auf dem Markt sind dafür gemacht.
Kann ich mit einer selbst gebauten Uhr schwimmen?
Nicht ohne Dichtigkeitsprüfung. Selbst mit neuen Dichtungen bestätigt nur ein Prüfgerät, dass die Uhr den angegebenen Druck aushält.
Wie lange dauert der Zusammenbau?
Etwa eine Stunde für eine einfache Uhr, wenn alle Teile passen. Planen Sie mehr ein, wenn Sie zum ersten Mal Zeiger setzen.
Verkauft Modus Bausätze?
Nein. Modus verkauft montierte Uhren aus dem Katalog oder nach Ihrer Konfiguration, mit 3 Jahren Garantie und Kundendienst in Frankreich.




















